Beamtendenken 

Am heutigen Tage staute sich einiges in mir auf. Nicht nur, weil ich den Tag nicht mit der Person verbrachte, mit der ich eigentlich gehofft hatte ihn zu verbringen, nein, auch eine beamtete Person ist Schuld an meiner miesen Laune.
Diese noch zur kompetenten Lehrkraft auszubildende Person war also der Meinung, dass wir uns zu Hause ca. 4 Std. mit dem Thema Wirtschaftsordnung befassen sollen. Als ich mir das Blatt erstmals in der Schule ansah, dachte ich mir, dass dies kein Problem wäre. Dennoch stellte sich heute Nachmittag etwas anderes heraus. Dieser Staatsbedienstete gab uns genug Anlass, den ganzen Nachmittag in der Bude vor dem Laptop zu sitzen und irgendwelche Antworten auf Fragen zu suchen, die in den Tiefen weiten des Internets, Lexikas oder andern Medien zu finden sein sollten. Selbst über Kooperation mit einigen Kollegen über Messenger war es nur schwer möglich wunderfeinen Aufgaben zu lösen. Wir durchforsteten Texte, die wir niemals bearbeitet oder gar im Unterricht besprochen hatten. Mir sträubten sich die Nackenhaare.
Als ich dann endlich fertig war und die Datei sicher auf meinem Rechner abspeicherte, durfte ich die vom Beamten festgelegte “Dateinamen-DIN” nicht vergessen, welche sich aus ein paar Buchstaben meines Namens, einem Wirr-Warr an Daten und einer komischen Abkürzung für das bearbeitete Thema zusammensetze. Anschließend überlegte ich mir, wie der morgige Unterricht ablaufen würde: Er würde wieder vollkommen gestresst im Klassenzimmer erscheinen, seine Sachen hastig auf dem Tisch unterbringen, seinen Koffer aufschlagen, nervös seine Unterrichtsutensilien zusammensuchen und uns dann wiedermal verkünden, dass das Halbjahr kürzer als die ganzen anderne jemals zuvor sei und wir ja keine Zeit hätten. Nachdem würde er direkt mit dem Einsammeln der Hausaufgaben beginnen. Zwischendrin würde ihm dann wieder mal eine kleine Anekdote über seine kleine süße Tochter einfallen, die er uns dann ca. 10 Minuten humorvoll versucht einzuverleiben. Worauf hin ich ihn daran erinnern muss, dass wir mit dem Stoff ja sooooooo weit hinterher hinken und ja absolut keine Zeit haben, nur damit er mal wieder realisiert, dass er sich im Unterricht und nicht in Tee-Runde mit seinen anderen Kollegen befindet. Er würde also mit dem Einsammeln fortfahren und auf technische Probleme in bezug auf den Datentransfer stoßen, welche ihn dazu veranlassen einen Computerfachmann aus dem Kollegium zu Rate zu ziehen. Als er mit diesem wieder kommt und der Fehler anschließend behoben ist, zieht er die restlichen Dateien auf seinen Rechner und der Gong veranlasst alle Schüler sich von ihren Stühlen zu erheben und den Raum zu verlassen. Er jedoch greift hastig in seine Tasche und holt Kopien heraus, die er uns bittet bis zum nächsten Mal zu bearbeiten.
Und was das bedeutet, das wissen wir ja…

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2 Kommentare »

  1. Anna L. sagt,

    30. August, 2005 @ 20:37

    zu wahr, leider….

  2. fleXx sagt,

    5. September, 2005 @ 16:01

    Das kenn ich einfach nur zu gut :P
    Solche le(e)hrer haben wir leider auch zu hauf…..

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