Love Story 

Als ich sie damals in England kennen lernte wusste ich nicht, was das für ein Gefühl gewesen war, was mich in dem Moment durchfuhr. Heute weiß ich, dass es Liebe auf den ersten Blick war. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Alles war komisch, alles war mir plötzlich scheiß egal. Meine Gedanken fixierten sich schon da auf sie. Aber sie war vergeben und ich zog mich zurück, weil ich keiner bin, der eine Beziehung kaputt macht. Ich will auch nicht, dass dies einer mit meiner Freundin macht. Ich habe versucht das Beste draus zu machen. Wir haben uns oft gesehen in England und danach hielt ich es für besser einfach Abstand zu gewinnen um mir nicht noch größere Hoffnungen zu machen. Zwischendrin erreichten mich dann einige Gefühlsschübe, die dann ein Treffen oder so was hervorriefen. Ich mochte D. und wollte nix kaputt machen, also war es nicht schlecht, dass die Treffen nicht stattfanden, da ich für mich dann nur noch mehr Gefühle aktiviert hätte.

Dann kam eine Weile nichts, ich hatte mich zurückgezogen, wollte nix mit der realen Welt zu tun haben, weil sie mir nicht viel gab sondern nur nahm. Auch auf der Lan, wo sie war, hab ich versucht so tief es geht im virtuellen Geschehen zu bleiben um mir keiner Gefühle bewusst zu werden.

Als es dann aber dazu kam, dass wir uns in der Fahrschule wieder trafen, da ging in meinem Kopf alles hoch und runter. Ich merkte, dass von ihr auch ein Gefühl ausging, welches ich in England schon einmal gespürt hatte. Diese Zuneigung oder Anziehung. Doch was sollte ich machen? D. war noch immer da. Auch nach so langer Zeit war er immer noch in ihrem Leben. Ich hielt es für besser ihr nix zu sagen und die beiden ihr Leben einfach leben zu lassen. Nur die Fragen, wie es zwischen ihm und ihr laufen würde, die konnte ich mir nicht sparen. Und so war ich alarmiert, als sie sagte, dass irgendwas nicht stimmen würde. Der „Verliebte oll1“ sagte, dass es Zeit wäre und die Chance nun käme. Der „Neutrale“ wollte ihr einfach aus den Problemen raus helfen und mit ihr eine bestmögliche Lösung für das ganze finden. Ich musste enorm viel Kraft aufwenden um dies alles in meinem Kopf zu sortieren und zu deuten. Ich wollte ein Treffen, nur um zu schauen, wie sie zu mir stand. Es war ein Versuch, von dem ich eigentlich überzeugt gewesen war, dass er einen schlechten Ausgang zur Folge haben würde. Ich merkte, wie unsicher sie war und versuchte dementsprechend einfach auf sie einzuwirken und zu beruhigen. Ich redete über alles mit ihr. Über das was ich dachte und wie ich vorgehen wollte. Wir trafen uns erneut. Ich ging mit gemischten Gefühlen mit ihr zu dieser Bank, weil ich einfach nicht wusste, wie dieser Tag enden würde. Wir redeten, besonders über uns, kamen uns immer näher. Ich wollte sie nicht mehr loslassen. Ich fühlte mich sicher, geborgen und wollte sie einfach nur noch küssen. Sie schien nicht zu wollen und ich wollte es schon aufgeben, als sie dann doch drauf einging. Als ich meine Lippen auf ihren spürte und ich einfach nur noch Hormone aus mir raussprühen fühlte, da war die Welt für mich in Ordnung. Dann der schnelle Aufbruch. Dennoch war ich glücklich über den Ausgang des Tages. Ich wusste aber auch, dass wir unsere Verhältnisse genau klären müssten. Ich wollte nicht, dass wir uns etwas aufbauten, was eh zum Scheitern verurteilt wäre. Wir sprachen über sie und D., ihre Gefühle, was passiert war und alles was wichtig und klärenswert war. Ich sagte ihr, dass sie sich Zeit nehmen sollte um alle Fragen zu 100% zu klären. Ich war glücklich, dass sie drüber nachdachte und nicht einfach plump handelte mit dem Risiko, dass schon bald alles kaputt gehen könnte, weil sie doch noch was für D. empfand.

Dann kam als nächster Punkt Bochum. Mit gemischten Gefühlen ging ich auch da mit ihr hin. Sie mochte kein Kino, sie kannte meinen besten Freund und seine Freundin nicht und bei uns war alles noch so frisch. Aber ihr schien der Abend zu gefallen, wenn auch mit ein paar anfänglichen Unsicherheiten, auch von mir aus. Als wir zurück fuhren, da entwickelte ich das Gefühl, dass es passen würde. Wir ergänzten uns einfach. Das hätte ich vorher nie gedacht. Sie kannte meine Gedanken und wusste wie ich reagieren würde und das gleiche konnte ich auch von mir behaupten. Und dann die Frage meines Freundes zu wem wir wollen würden, worauf sie mich dann fragte, zu wem. Ich war perplex. Ich war glücklich, dass gerade sie das fragte. Mit dieser Frage hatte ich nicht gerechnet. Als wir bei mir ausstiegen war ich voll auf kennen lernen eingestellt. Ich wollte sie weiter erforschen. Wissen wie sie denkt und fühlt. Und dann die Frage, ob wir es miteinander versuchen wollen. Dass sie sich sicher war, was uns anbetraf. Ich war so glücklich. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht mit dieser Entscheidung gerechnet. Und alles was diese Nacht geschah, das war so voll Liebe, Zuneigung und Vertrauen. So wie ich es noch nie gespürt hatte. Nie war es so schnell gegangen alles, nie war das Gefühl auch so stark gewesen. Ich wollte sie einfach nicht mehr gehen lassen.

Meine nächste Hürde war der Abi-Ball. Ich wusste, dass sie sich nicht wohl fühlen würde, wenn wir dort aufkreuzen würden. Sie hatte es auch mehr für mich getan. Und für auch mittlerweile ihren guten Freund. Ich schätzte das sehr. Ich wusste, dass sie für mich auch mal über einen Schatten springen würde, so wie ich das auch für sie machen würde. Das gab mir noch mehr Kraft und Gewissheit, dass wir beide das Richtige taten. Wir hatten die Selbe Einstellung. Nach dem Ball hatte ich mir vorgenommen, dass es so schön wird, wie eben möglich. Der Tag sollte schön enden, das war mir klar. Ich wollte ihr bieten, was ich konnte. Sie sollte nicht schlecht über diese Nacht denken und so gebrauchte ich Kerzen und andere Dinge um es so perfekt zu machen wie eben möglich. Ich liebte sie so sehr. Ich wusste gar nicht, wie ich es beschreiben sollte – geschweige denn ihr sagen. Ich hoffte, dass sie wusste, wie ich gegenüber ihr empfand. Und wieder war die Nacht einer der schönsten, die ich je erlebt habe. Alleine schon, dass wir ohne die Zeit im Kopf zu haben reden konnten. Über uns und über alles andere.

Zwischendrin war beruhigend zu bemerken, dass ich mich mit ihrer Famile gut verstand und von dort Verständnis und keine Abneigung zurückkam. Und meine Eltern mochten sie auch. Sie waren glücklich, dass wir es waren und unterstützten sie und mich wo es ging – selbst wenn es nur Fahrdienst war!

Die Nacht, die ich bei ihr verbrachte gab mir die endgültige Klarheit, dass wir wirklich genau das richtige getan hatten. Ich wurde mir immer sicherer, dass das gut war und meine Gefühle wurden stärker. Ihr Gefühl wurde scheinbar auch nicht schwächer und für mich war die Welt so rund, wie noch nie. Ich war zufrieden mit meinem Leben, besser ging es kaum. Und sie schien auch zufrieden zu sein. Was wollte ich mehr? Zwei Glückliche Menschen, die sich endlich gefunden hatten. Besser konnte es nicht werden.

Gestört hatten mich unsere Gespräche in ICQ. Dort lief immer was schief, deswegen nutzte ich diesen Dienst irgendwann nur noch zur Absprache, dass ich im Begriff war sie anrufen oder sonst was. Das hätte einiges kaputt machen können, weil man nur das Geschriebene sieht und nicht weiß, wie der andere das meint, selbst wenn man sich kennt ist das schwer.

Und dann hatte sie endlich den Führerschein. Nun war mir klar, dass sie auch 100% Lebensstandart haben musste. Was würde sie mehr wollen? Wir hatten uns, alles war okay, alle ihre Ziele waren erreicht, die sie bis dato erreichen wollte. Ich wusste nicht, wo ich noch verbessern sollte.

Die Wochen waren so schön, sie unternahm viel mit ihren Freundinnen, was mich sehr freute, da wir uns dadurch viel mehr aufeinander freuten, als wenn wir uns täglich gesehen hätten. Ich war so vollkommen ich fühlte mich als ein Ganzes.

Und dann ihre nachdenkliche Phase. Wo sie nichts von sich hören ließ. Ich dachte sie müsste nachdenken, über was auch immer, weil sie sagte, es wäre nix. Nur eine schlechte Woche. Aber beim zweiten Gespräch reichte mir das einfach nicht mehr. Ich wollte wissen was los war. Was ihr nicht gefiel und sonst alles. Ich hätte das dann geändert.

Alles zerbrach und ich saß nun vor vielen Scherben und würde dies alles gerne rückgängig machen. Ich lag im Bett gelegen und sagte mir, dass ich die Zeit einfach gerne zurückdrehen würde, nur damit ich sie nicht verliere. Alles andere war mir egal, aber sie war mir wichtig.

Es gibt für alles eine zweite Chance, man muss nur wollen…

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2 Kommentare »

  1. Andrea sagt,

    19. September, 2005 @ 18:41

    Okay… wie fange ich am besten an? Als erstes mal hört sich das wirklich nach richtiger Liebe an, obwohl ich daran bei dir auch nie zweifeln würde! Ich denke, dass es wirklich schwierig ist abzuschließen wenn man so etwas erlebt hat wie du - denn diese Person scheint dich sehr verletzt zu haben! Mit der zweiten Chance hast du natürlich auch recht, darüber haben wir ja auch schonmal geredet… Doch Olli fixier dich nicht zu sehr auf eine Person… auch wenn es schwierig ist - du bist so eine liebe Person - irgendwann wirst du jemanden finden der dich auch wirklich verdient! Ich find diesen Satz irgendwie sehr passend

    Wenn sich eine Tür der Freude
    schließt, dann öffnet sich eine neue, aber allzu oft
    schauen wir so lange auf die geschlossene Tür, dass wir
    gar nicht sehen, wie sich eine andere Tür für uns
    geöffnet hat.

    Hört sich vielleicht ein wenig komisch an, aber ich denke einfach nur, dass du in die Zukunft schauen solltest… Oftmals wissen wir nicht was wir haben, bis wir es verlieren.. es ist aber auch so, dass wir häufig nicht wissen, was wir vermissen, bis es erscheint..

    Ich wünsche dir für die Zukunft alles gute und dass du einst die Person findest, deren Liebe für lange Zeit dir gilt!

    Liebe Grüße

    Andrea

  2. Steve sagt,

    20. September, 2005 @ 12:53

    Ach oll1!
    Du tust mir irgentwie schon Leid! Ich sage dazu nur das du noch “jung” bist und all das was du hier erlebst ist einfach mal ein Teil gross und erwachsen zu werden. Es gehört dazu verletzt zu werden und auch wenn es nicht schön ist gehörts nunmal dazu! Die Liebe ist nicht immer einfach auch wenn man schon ewig zusammen ist! Eh ich es kapiert habe gingen auch Wochen, Monate und Jahre ins Land!
    Ich hatte viele Beziehungen die einfach so kaputt gingen weil irgentwas nicht gepasst hat dann wurde man auch mal betrogen! Naja! Ich sage dir die Andrea hat vollkommen recht mit ihrem kleinen Satz! Habe das an der eigenen Haut erfahren und wie du weisst bin ich ja nun seit nem 3/4 Jahr mit dieser Person zusammen bei der ich eben dies erlebt habe!
    Ich denke die 2te Chance is ganz klar drin! Aber mach dich nicht mit warten und der Illusion kaputt das es ganz dringend nur diese für dich gibt! Ich habe dich zwar erst 1mal gesehen aber ich weiss das du sehr nett, gutaussehend und inteligent bist. du bekommst auch andere, auch wenn du das in diesem Moment nicht hören willst!

    Naja wenn du sie wiederhaben kannst dann wünsche ich dir viel Erfolg und Glück dabei! Würde mich für dich freuen.

    Steve

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