Über Freundschaft 

Ich habe viele Menschen im Laufe meines Lebens kennen gelernt. Darunter waren sowohl Menschen, mit denen ich mich noch immer gut verstehe - wo ich der Meinung bin, dass es sehr gut war, dass ich diese getroffen habe - und es gibt Menschen, von denen habe ich mich “getrennt” - es war einfach sinnlos sich mit diesen weiter abzugeben.

Nun stellt sich nach einer solchen “Trennung” immer wieder die Frage, wie man auf eine solche Person überhaupt erst herein fallen konnte. Wissen tu ich das auch nicht. Bekanntlich oft ist es so, dass man nur die positiven Aspekte einer Freundschaft sieht und diese auch auslebt. Negative Problemzonen werden oft erst entdeckt, wenn es bereits zu spät ist.

Not Alone | © by oll1
Not Alone | Foto: oll1

Ich fand es damals schockierend, als ich miterlebte, wie die Mädchen um mich herum die besten Freundinnen wechselten wie Unterwäsche. Ich konnte es einfach nicht verstehen, warum sie sich nicht für eine entscheiden konnten.
Mittlerweile habe auch ich ein paar Wechsel hinter mir und ich kann einen kleinen Exkurs dazu geben, warum sich das ganze so bei mir abgespielt hat.

Damals, als ich meinen ersten besten Freund kennen lernte, war noch alles in Ordnung - es war in der ersten Klasse. Er saß da, mit einem gebrochenen Bein, zwischen all den anderen frisch eingeschulten Mitschülern. Irgendwas hatte uns damals zusammengeschweißt - der Sport, die wohnliche Nähe - ich weiß es nicht. Jedoch veränderte sich dieser irgendwann und ich schien seine Marionette zu werden. Es musste alles nach seinem Plan ablaufen. Als ich dies registrierte war schon viel Zeit ins Leben gegangen - damals war ich 15.
Durch die neue schulische Instituion, die ich danach besuchte, fand ich einen neuen besten Freund, welcher meinen neuen Freundeskreis bestens kannte. Ich hatte mich von dem alten trennen müssen, weil auch diese unter der Fuchtel meines ehemaligen besten Freundes gestanden hatten. Die zwei Jahre mit diesem neuen Freundeskreis waren mit die schönsten meines Lebens. Wir waren frei, hatten viel Spaß zusammen und konnten Dinge miteinander durchziehen, die damals sonst nie möglich gewesen wären. Wir veranstalteten z.B. ein paar größere Events in der Computerszene.
Als das Ende der zehnten Klasse heran trat waren wir uns alle einig, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben würden und sich nichts zwischen uns ändern würde. Auch ich war damals dieser Meinung. Warum hätte es auch anders werden sollen. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt und meine Kumpanen damit auch. Die Wege die wir eingeschlagen hatten, waren teilweise einfach zu unterschiedlich. Keiner konnte verstehen, dass mir nur wenig Zeit für Freizeit blieb und damit spaltete sich alles etwas ab. Schließlich verlor sich der Kontakt vollständig.
Dies lag jedoch auch sehr stark an mir, da einfach ein neuer Abschnitt in meinem Leben begonnen hatte. Nichts verband mich mehr mit diesen Leuten, wenn auch die gute Freundschaft, ihr Vertrauen und die Gewissheit, dass sie immer für mich da waren, wenn ich sie gebraucht hatte.
Ich lernte neue Leute kennen. Dies war nie ein Problem für mich gewesen, da ich ein kontaktfreudiger Mensch bin, der sich immer gut anpassen und einfügen kann. Auch die Person, die mir wohl den Weg ins richtige Leben zeigte traf ich mit diesem Male. Es war anders, anders als es sonst immer gewesen war. Es war viel erwachsener - ein anderes Niveau. Als ich mal wieder mit den Freunden des alten Schlags zusammen kam, merkte ich, dass diese einen etwas anderen Lebensstil hatten, als ich ihn mittlerweile lebte. Und genau da liegt das Problem, dass so gut wie keine Interessen mich und die Kumpanen alter Zeit verbindet.
Nun wo ich weiß, wie mein Weg aussehen wird, wenn auch dieses noch nicht klar geschrieben ist, da ist mir auch klar, wo meine wahren neuen Freunde sind, die mich auf diesem Weg voll unterstützen können.

Oft treffe ich Menschen, die wissen nicht, in wen sie ihr Vertrauen stecken sollen. Freundschaft spielt für diese einfach eine zu kleine Rolle, was ich für bedauerlich halte. Die Gewissheit Freunde zu haben, die einem zuhören, für einen da sind und mit denen es durch Dick und Dünn geht, genau diese Erkenntnis fehlt einigen.

Es geht ganz einfach nicht ohne einen mehr oder weniger gut strukturierten Freundeskreis.

Freundschaft schafft Möglichkeiten…

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2 Kommentare »

  1. Lil sagt,

    21. November, 2005 @ 17:09

    Hmm ja der Lauf der Dinge. Ich habe mich des Öfteren auch von “gewissen” Freunden einfach trennen müssen. Und entweder man sucht sich wieder Menschen, die besser zu einem passen oder man lässt es bleiben!

    Die Aussage dass es gar nicht ohne Freunde geht, das denke ich, ist falsch. Was machen die Menschen denn, deren Freunde für ne lange Zeit nicht da sind, und man kann mit ihnen nicht reden oder schreiben? Die sollten sich nach Möglichkeit auch nicht “wegschmeißen”!
    Außerdem kommt noch die Art und Weise hinzu, wie jeder selber ist. Wenn man nicht gerne alleine ist, dann ist es wichtig Freunde zu haben.
    Aber das es ohne nicht geht, das bezweifle ich….
    dennoch “Freundschaft schafft Möglichkeiten”!
    lg

  2. Bene sagt,

    21. November, 2005 @ 17:27

    Ich stimme dir soweit in allem zu. Ich musste mich jedoch noch nie von Freunden trennen. Es ist viel mehr so, dass ich mit bestimmten Leuten keinen Kontakt mehr habe. Das passierte mir nach der 6. Klasse am BGL, da verlor ich einen guten Freund auf grund der räumlichen Trennung. Naja und jetzt nach der 10. habe ich noch mit den Leuten die mir besonders wichtig waren und immernoch sind, dennoch viel Kontakt.

    Jedoch nicht so viel wie wir ausgemacht hatten. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich bischen weinen musste als mir klar wurde, dass ich bestimmte Leute jetzt nicht mehr regelmäßig sehen würde. Nun so bin ich nunmal, sehr gefühlsbetonter Mensch :).

    Jedoch bin ich auch froh neue Leute kennengelernt zu haben und darunter einer meiner mittlerweile besten Freunde. ;)@olli

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