Klappe zu - Affe tot 

Schwenkt man mit dem Blick zum Kalender, wird man festestellen, dass heute wieder einer der Tage ist, an dem der spannende Akt der volkswirtschaftlichen Aufklärung durchgeführt wird.

Nachdem wir zwei Stunden der Astrologie durchschlafen hatten, wurde der vorne stehende Beamte durch den Nächsten ausgewechselt - nettes Teamplay, wie sie immer wieder beweisen. Der erste Satz des nun anwesenden Beamten lautete, wie fast jede Stunde:

Beamter: Erstmal alle Laptops zu, bitte!

Danach wies er uns darauf hin ein Blatt Papier aus der Tasche zu nehmen, dieses quer zu legen und anschließend ein von ihm an die Tafel gezeichnetes Schema mitzuzeichnen. Auf eine Diskussion, warum wir dafür nicht die Laptops verwenden dürften, lies er sich nicht ein, er sagte lediglich aus, dass er der Meinung sei wir würden uns nicht richtig auf das konzentrieren können, was er sagt, wenn wir mit dem Laptop arbeiten. Seine Entscheidung stände fest.

Mehr oder minder nahm das Publikum dieses hin und zückte Papier und Stift. Während seiner Erläuterungen an der Tafel kamen nun gewisse Fragen auf:

Beamter: Was könnte man im Prinzip mit den Produktionsfaktoren machen? Herr Schroer bitte.
oll1: Man könnte sie eventuell zu einem zusammenfassen.
Beamter: Und wie könnte man dies dann nennen?
oll1: Produktionsfaktorzusammenfassung?!
Beamter: Em… ja, hmmm. Genau.

Antworten, die in der vorherigen Stunde beantwortet worden waren und bereits in unseren Unterlagen existierten, waren auch mit von der Partie. Jedoch irritierte ihn die Tatsache, dass es außer ihm keiner zu wissen schien.

Beamter: Das sie sich dies alles nicht merken können ist mir klar, aber warum gucken Sie dann nicht in Ihren Unterlagen nach? Dafür sind Ihre Aufzeichnungen doch schließlich da?
Schüler: Die sind auf den Laptops!

Es ging ein großes Stöhnen durch die Menge und der am Pult stehende Entertainer hatte sich in seinen Kalkulationen verspekuliert. Das er so schlau hätte sein müssen daran zu denken, dass er uns die gewünschten Antworten letzte Stunde erst auf die Laptops geschoben hatte, muss an dieser Stelle einfach nochmal erwähnt werden.
Nicht wirklich produktiv sollte sich seine anschließenden Sätze herausstellen:

Beamter: Ach, das ist doch eine Scheiße. Dieser scheiß Unterricht mit den Laptops…

Im weiteren Verlauf dann seine doch sehr frühe Erkenntnis über den scheinbaren Gemütszustand seines Publikums:

Beamter: Sonst macht es mir Spaß mit Ihnen zu arbeiten, aber heute haben Sie eine Art an sich - man kann das gar nicht genau definieren.
Schüler: Wir haben einfach keinen Bock.

Irgendwie auch verständlich. Die teuer angeschafften Notebooks, die jeweils ein Schüler besitzt werden von diesem Herrn einfach nicht wirklich genutzt. Diese sind nicht dafür da um sie mit in die Schule zu schleppen und die Mitschriften dann anschließend zu Hause von Papier abzutippen.
Der Rest der Beamten schafft es schließlich auch dies zu berücksichtigen - fühlt sich dieser Beamte dadurch überfordert ist er laut Meinungen des Publikums einfach fehl am Platz. Es gibt Regeln, an die sich die Schüler halten und deshalb erwarten diese auch von ihrem Gegenüber.

Mittlerweile ist diese Blogform ein fester Bestandteil von oll1.com geworden, dass ich mich entschlossen habe dieser Sache eine eigene Kategorie namens Staatliches gewidmet habe. Dort findet ihr alle, dieser Sektion anghörigen, Beiträge.

Man lernt nie aus…

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3 Kommentare »

  1. Felix sagt,

    23. November, 2005 @ 15:58

    Genial, ich musste wieder schmunzeln beim lesen. Schule kann doch so schön sein ;)

  2. Bene sagt,

    23. November, 2005 @ 17:49

    Naja du hast vergessen zu erwähnen, dass er im weitestens Sinne auch sagte, dass wir auf dem Stand von 5. Klässlern arbeiten ^^ und noch andere Dinge, die ich schon wieder verdrängt habe.

  3. Lil aka Dazzly sagt,

    23. November, 2005 @ 19:41

    jaja wir sollen immer perfekt sein, aber Lehrer dürfen sich sämtliche Fehler erlauben…. Nicht jeder Tag ist gleich …:-D

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