Backofen aus? 

Der heutige Donnerstag sollte mir und meinen Mitschülerinen die Erkenntnis auf den Weg geben, dass wir in einem Kreislauf leben, in dem wir geben und nehmen. Oft ist eine gewisse Abhängigkeit zu erkennen.

Für gewöhnlich ist es so, dass das Volk von den Beamten abhängig ist. Dies ist durchaus kein feiner Zug, jedoch müssen wir dies wohl oder übel hinnehmen. Der Schock des Beamten als er realisierte, dass er am kommenden Montag von uns habhängig sein würde und wir im Moment nicht gerade gut auf ihn zu sprechen waren, war klar erkenntlich. Ein gewisser Ärger baute sich in ihm auf und es vielen Äußerungen seinerseits, die man vorher noch nie von ihm gehört hatte.

Beamter: Wenn Sie nicht bald den Mund halten, werd ich fuchtig!

In seiner gesamten beamtentechnischen Ausbildung hätte er doch lernen müssen, dass genau soetwas nicht den Effekt hat, den sich der Verfasser dieses Satzes ursprünglich erhofft hatte. Die Schülerschaft sieht in sich die aufsteigende Macht und realisiert, dass der Beamte nun auch weiß, dass der Erfolg seiner Beamtenprüfung nur zur Hälfte in seinen Händen liegt.
Er nahm dies zum Anlass den Unterricht an der Stelle abzubrechen und uns auf die kommende Unterrichtsstunde vorzubereiten, was sicherlich der ursprüngliche Sinn einer solchen Prüfung gewesen ist. Nun wissen wir schon was auf uns zukommt und wie war an bestimmten Stellen zu reagieren und zu antworten haben.

Beamter: Im Grunde genommen bin ich Ihr Moderator.

Eine nette Definition und eine Erkenntnis für mich, dass ein neuer typischer Beamter bald seinen Dienst für den Staat antreten wird. Dieser handelt natürlich nach dem ökonomischen Prinzip, wie es an unserer Schule auch den Schülern gelehrt wird: Das maximale an Erfolg mit möglichst wenig Aufwand. Er stellt sich einfach vorne hin, gibt ein paar Anstöße und hofft, dass die Schülerschaft die richtigen Antworten gibt. Das erinnert mich ein bisschen an Günter Jauch - eine verblüffende Ähnlichkeit, wobei ich sagen muss, dass mir Herr Jauch wesentlich sympatischer ist, als der Beamte, obwohl ich ihn noch nie getroffen habe.

Dann schlussendlich seine Frage, warum wir in seinem Unterricht so unengangiert seien. Wir gaben ihm auf, sich dazu zu Hause Gedanken zu machen und dies dann in schriftlicher Form mitzubringen - wir sind gespannt, ob er seine Hausaufgaben macht.

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2 Kommentare »

  1. Will Malecken sagt,

    1. Dezember, 2005 @ 15:01

    also mich würd ja wahnsinnig interessieren was er aufschreiben würde, wenn er es wirklich machen sollte….
    also kleiner tipp von mir, er sollte einfach alle seinen schlechten eigenschaften aufschreiben, auch wenn das bis morgen nicht mehr machbar ist^^

  2. Julian sagt,

    1. Dezember, 2005 @ 15:12

    Ich hab ja bei diesem Lehrer keinen Unterricht, aber er erfüllt wirklich alle Kriterien eines waschechten Beamten, wie zum beispiel die Lustlosigkeit oder die Faulheit.
    Ich denke, dieser Lehrer hat einfach keinen Spass an seinem Job und an dem Arbeiten mit Menschen. Er sollte vielleicht lieber Volkswirt in einem kleinen, dunklen, verstaubten Zimmer werden.

    Morgen kommt er eh mit der Ausrede: “Zu dem Thema ist mir leider nichts eingefallen” :D

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