Bad becomes Better 

Der heutige Weg über den Weihnachtsmarkt in Dortmund hat mich in vielerlei Hinsicht berührt. Einmal freue ich mich immer wieder für die Familien und kleinen Kinder, die fröhlich auf die Feiertage zusteuern und andererseits sind es die Paare, denen ich meinen Segen gebe.

Während meines Weges durch die Menschenmassen ist mir durchaus nichts entgangen, jedoch war ich tief in meinen Gedanken versunken. Sobald ich für mich bin und weiß, dass mich so schnell keiner ablenkt oder anspricht, versuche ich abzuschalten und versinke in Gedanken.
In den Menschenmassen war dies durchaus möglich – ich musste mich einfach nur trieben lassen, wie auf einem Floß, welches auf dem Meer Richtung Strand treibt.

Nun, was schoss mir durch den Kopf? Es waren viele Dinge – zu viele um sie auf einmal zu durchdenken. Ich versuchte mich auf eines zu konzentrieren und arbeitete alle Punkte dann nacheinander ab.

Zum einen hatte ich am Samstagabend eine Person gesehen, mit der ich damals mal ein enges Verhältnis hatte, welches ich damals dennoch beendet hatte, weil es nicht dem entsprach, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Damals hatte ich mir große Vorwürfe gemacht, da diese Frau durch meine Entscheidung in gesellschaftliche Gruppen kam, die ihr nicht gut tun würden – ich konnte jedoch nichts für sie tun. Ein paar Monate nach unserer Trennung hatte ich sie noch einmal gesehen, wie sie sich mit den Leuten abgab, von denen sie vorher immer negativ gesprochen hatte.
Jetzt wo ich sie in der Gruppe tanzender Leute erblickte, ging es mir schon wirklich besser, weil es nicht mehr die Leute waren, mit der ich sie das letzte Mal gesehen hatte. Es waren vernünftige Menschen, die das Ziel hatten Abitur zu machen und sich nicht die Zeit damit vertrieben in der Stadt am Brunnen zu sitzen und Bier zu trinken. Ich war froh. Was mir jedoch auffiel war, dass sie zugelegt hatte. Sie war damals in der Verfassung gewesen, dass ich gesagt hätte, dass sie ein eigentlich ideales Gewicht hatte. Ich kam jedoch zu dem Entschluss, dass sie lieber etwas Leckeres essen solle, als sich dem Alkohol oder schlimmeren hinzugeben. Ich hätte sie nur fast nicht wieder erkannt – lediglich ein Blick ihrerseits in meine Augen brachte mich darauf, dass sie es sein könnte. Ich beobachtete sie ein paar Minuten und konnte dann die typischen Gestiken und Mimiken ausmachen, die sie auch damals schon gehabt hatte. Ein Wort wollte ich nicht mit ihr wechseln, es gab auch keinen Grund dazu – entschuldigt hatte ich mich damals schon.

Mich damals auf sie einzulassen, um sie anschließend verletzen zu müssen, war eine Entscheidung gewesen, welche ich aus dem Bauch heraus gefällt hatte – ich also vorher nicht drüber nachgedacht hatte. Und so war auch dies eine Sache, die ich durch ein bisschen Nachdenken damals hätte vermeiden können, denn ich bin keiner dieser Leute, die durch das Lebe gehen, ohne Rücksicht darauf jemanden verletzten zu können. So wurde ich auch dadurch reicher an Erfahrung und begann zu denken bevor ich etwas für mich und für eine andere Person entschied.

Eine Person zu finden, bei der man nicht die Angst haben muss, dass diese einen solchen Fehler macht, wie ich damals, und auch genau darüber nachdenkt, ob eine Beziehung sinn machen würde oder nicht, ist eine schwere Sache. Man muss diese Person erstmal ein wenig kennen lernen und einen gewissen Grad an Vertrauen aufbauen, bevor man überhaupt ansatzweise sagen kann, ob diese Person weiß was sie will oder zumindest versucht herauszufinden, was sie möchte. Ich denke ich kenne eine Person, die dies tut und es tut gut zu wissen, dass ich diese Person kenne und sie genauso froh darüber ist, dass ich offen und ehrlich über meine Gedanken und Gefühle sprechen kann. Zu oft vergessen die Menschen miteinander ehrlich zu reden – was zu vielen Konflikten führt.
Schwer zu sagen, was genau aus der Beziehung zu dieser Person werden kann, denn man erlebt es nicht oft, dass man so dermaßen auf einer Welle funkt. Man versteht sofort, ob der Andere das Gesagt nun ernst gemeint hat oder ob Ironie einen Faktor spielt. Fragen, die man anderen ernsthaft stellen würde, kann man sich bei dieser Person schon fast selber beantworten, denn man weiß die ungefähren Reaktionen und Gedanken des Gegenübers. Eine Zeit des Kennen Lernens steht bevor, welche genutzt werden muss. Und das Fest der Liebe wird seinen Dienst tun und das ganze bestmöglich unterstützen.

Man lernt nie aus…

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2 Kommentare »

  1. Bene sagt,

    12. Dezember, 2005 @ 14:33

    Ich bete für dich, dass sich alles gut für dich und diese Person entwickelt. :)

  2. Julian sagt,

    12. Dezember, 2005 @ 17:19

    Ich schließ mich da ganz Bene an…
    Und:
    Tu was für Dich das Beste ist, und höre NIE auf andere, sofern es nicht auch dein Wille ist (um ein wenig was sinnvolles von mir zu geben ;))

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