Der alkoholisierte Röntgenapperaturpapa 

Der Beamte betrat den Raum, was schlagartig ein kaltes Gefühl in die Augen der Anwesenden trieb. Man fühlte sich übergangen und war erbost über sein an den Tag gelegtes Organisationstalent. Er setzte seinen Weg zum Pult in der Mitte des Raumes fort und stellte seine Materialien auf diesem ab.

Mit einem hinterlistigen Lächeln begrüßte er die Klasse und versuchte sich etwas in Sachen Smalltalk. Als er jedoch merkte, dass auf diese Art der Konversation keiner einging griff er in seinen Koffer und hob dabei einen Stapel Blätter heraus. Sein nächstes Ziel war die Tafel, an welche er mit roter Kreide einen Notenspiegel zauberte, dass den Beteiligten der Mund aufklappte. Schließlich noch den Durchschnitt 4,7 drunter setzen und dann wieder zum Pult.

Dann sprach er einen der Anwesenden laut an und zog dabei dessen Klausur aus dem Stapel. Er wollte zitieren, was dem Beteiligten gar nicht recht war und darum bat dieses zu unterlassen. Der Beamte grinste nur schelmisch. Auch die Hinweise des Datenschutzes, auf die andere im Raum aufmerksam machten, störten ihn nicht weiter. Er las laut aus der Lösung des jungen Herren vor. Nichts wirklich Spektakuläres, man bemerkte jedoch die Befriedigung in den Augen des staatlich Angestellten, während er die Zeilen vor sich her sprach.

Mit mehr oder weniger nötigen Kommentaren, verteilte er die restlichen Klausuren an den Rest der Menschen aus. Die Schuld selber suchte er ausschließlich bei dem “niederen Volk” und nicht etwa bei sich - wie sollte das auch sein? Ein Beamter, welcher nicht in der Lage war vernünftig sein Wissen an die Menschheit weiterzugeben, war gar nicht existent.

Für mich war die Einstellung des staatlich Angestellten mehr als niveaulos, sodass ich mich entschloss dieses Themengebiet voraussichtlich nicht mehr weiter zu führen.

Es lebe der alkoholisierte Röntgenapperaturpapa mit seiner Lese-Schreib-Lernmethode.

  • Share/Bookmark

4 Kommentare »

  1. luke sagt,

    14. Juni, 2006 @ 15:52

    ach ja, es vergeht echt keine schulstunde mit diesem netten herrn in der man wegen ihm keinen anfall bekommt.
    naja auf jeden fall hätte er sich das mit der klausur mal schön schenken können, wenn doch nich gewollt wird das er die vorliest. fand das auch echt scheiße von ihm. hoffentlich hat das noch ein nachspiel … ich würds ihm gönnen …

  2. lisa sagt,

    15. Juni, 2006 @ 12:03

    Also das war wirklich unter aller Sau, was der gestern gesagt und gemacht hat. Das er das noch gegen die Forderung vorgelesen hat und alle gesagt haben, dass es ihnen egal wäre und es doch seine Klausur wäre. Das war reine Provokation und natürlich Ablenkung von seinen misslungen Taten.
    Echt erbärmlich diese Gestalt von Lehrer

  3. mareike sagt,

    16. Juni, 2006 @ 14:11

    Das war echt nicht in Ordnung was er sich da mal wieder geleistet hat. Vor allem hat der Schüler deutlich gesagt, dass er nicht möchte, dass das aus seiner Klausur vorgelesen wird. Dann noch den Namen des Schülers vor der ganzen Klasse vorzulesen und sogar nicht auf die Einwände der Mitschüler einzugehen, die es gar nicht hören wollen, ist echt erbärmlich. Ich würd mir auch wünschen, dass er deswegen noch ordentlich Ärger bekommt!

  4. Felix sagt,

    18. Juni, 2006 @ 20:49

    Warum geht ihr nicht einfach mal zu eurem Rektor und berichtet es ihm? Oder ist der genauso drauf? Eigentlich müsste man gegen soetwas was tun können.
    Naja, mir wäre am Ende meiner Schulzeit eigtl auch eine Reihe von Klagen gegen die Schule und den Staat am liebsten, aber ich glaube ich lasse es lieber ^^

RSS feed for comments on this post · TrackBack URI

Schreib einen Kommentar