Lässig mit dem Arm auf dem Tresen 

Vergleicht man diverse Dienstleister, so wird man schnell feststellen, dass all solche, die sich im Business der Gastronomie befinden, dem Kunden mit am nähesten sind. Hierbei ist also darauf zu achten, eine korrekte und passende Ausdrucksweise gegenüber dem Gast an den Tag zu legen und sich letztendlich durch einen schnellen und vorallem guten Service abzuheben.

Wird man jedoch von der Wirtin beim Hereinkommen direkt mit großen Augen betrachtet, so kann man fast davon ausgehen, dass es verspricht turbulent zu werden. Die von mir getätigte Reservierung der Kegelbahn für zehn Personen wurde letztendlich durch weitere sechs Personen leicht angehoben, war aber bisher noch nie ein Problem in diesem Lokal gewesen.

Die Dame des Hauses jedoch versuchte mir eine Szene zu machen, welche - das dachte sie - ich so schnell nicht vergessen sollte. Die Unterbringung der angetretenen Personen sei absolut nicht möglich und entspräche nicht der Absprache. Höflich entschuldigte ich mich dafür, dass wir so zahlreich in ihrem Lokal erschienen waren und wollte fast damit drohen, dass wir auch garantiert nicht zu viel bestellen würden, um den Umsatz auch nicht über das gesetzte Limit zu bringen, als die Wirtin mir plötzlich klar machen wollte, dass es nur ginge, wenn wir zwei Kegelbahnen nehmen würden.

Kurz, das muss ich zugeben, kochte die Wut in mir auf und ich schien die Beherrschung zu verlieren, doch dann vielen mir die anderen ein, welche nur darauf warteten, dass ich meine Verhandlungskünste einsetzte. Ich erinnerte sie also daran, dass wir nun bereits das zwanzigste Mal mit über zehn Personen hier gewesen wären und bisher noch nie ein Problem aufgetaucht sei. Erbost und rachsüchtig starrte sie mich für kurze Zeit an.

Ihr Blick in die Runde zauberte ihr ein hämisches Lächeln auf die Lippen und so fragte sie nach unseren Turnschuhen. Ich entgegnete recht plumb und unfreundlich - ich war bereits im Begriff das Lokal zu verlassen. Was dachte sie sich nur dabei uns nach so vielen Besuchen eine solche Szene zu machen?

Ich erhob meinen Arm vom Tresen, auf dem ich lässig gelehnt hatte um meinen Anhängern zu verkünden, dass dieses Lokals uns für den Abend keine Herberge bieten würde, als sie sich plötzlich doch dazu entschloss uns eine Bahn zu überlassen.

Unten angekommen fanden wir - wie es immer gewesen war - Tische vor, an denen noch einmal fünf weitere Personen hätten Platz nehmen können und absofort war kein Problem mehr festzustellen.

Gerne, so muss ich jedoch sagen, möchte ich beim nächsten mal auf diese Lokalität verzichten und mich darum bemühen ein vergleichbares Objekt zu finden. Der Abend war lustig und angenehm, jedoch lasse ich mir den Start ins Wochenende ungern von einer schlecht gelaunten Wirtin vermiesen, welche vielleicht einfach zu viel von ihren Gammelfleischreserven verdrücken musste.

Gastronomie hängt direkt mit Sympathie zusammen - lediglich in diesem Restaurant ist dies vergessen worden.

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2 Kommentare »

  1. Gerry sagt,

    24. Oktober, 2006 @ 11:37

    Wie war das nochmal mit der Servicewüste Deutschland?

  2. Chrissi sagt,

    24. Oktober, 2006 @ 13:31

    die verschrecken so echt jeden freundlichen kunden. alles andere als gut fürs business

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