Vom Schreibtisch in den Dschungel 

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich nicht wohl fühlt und den Eindruck hat Überflüssiges zu tun. Es ist keineswegs ein angenehmes Gefühl, welches man sich immer wieder herbei sehnt. Es ist eher lästig und man möchte es schnellst möglich wieder loswerden.

Ich selber komme nun zum zweiten Mal in eine solche Lage, die dann aber auch sehr intensiv ist. Kleinere Unstimmigkeiten stören mich nicht weiter, was wohl auf mein dickes Fell zurückzuführen ist. Ich kann mit Stress sehr gut umgehen und habe mit der Zeit gelernt über den Dingen zu stehen und zu sie managen. Dieses hat mich schon so einige Male vor einem Nervenzusammenbruch bewart.

Als ich das letzte Mal diese Gedanken hatte, kam dies im Zusammenhang mit “Aufgeben” und “nicht durchhalten”. Es war am ersten Tag meines Zivildienstes, welcher wohl auch mein härtester war. Nicht weil ich dort mit schwierigeren Aufgaben als in den restlichen neuen Monaten konfrontiert wurde, sondern aufgrund der Tatsache, dass ich mit Arbeit konfrontiert wurde, welche ich nicht gewohnt war acht Stunden am Tag zu machen.

Was mich in diesem Falle am Leben hielt war, dass es nur ein paar Monate sind und es nur noch halb so schlimm sein wird, wenn meine Verstärkung eintrifft. Es hat mir damals geholfen und mich diese Zeit gut und vor allem auch gewissenhaft überstehen lassen.

Momente im Leben, an denen man glaubt etwas nicht zu schaffen sind jedoch einfach nur Hürden, die überwunden werden wollen. Ich selber habe das für mich bereits erkannt und lebe mittlerweile damit. Ich stehe jeden Tag wieder vor neuen Herausforderungen und gebe mein Bestes. Ich bin sogar dankbar dafür, dass ich täglich an meine Grenzen gehen darf, denn das war es, was ich immer wollte und was ich auch weiterhin möchte.

Ich habe bereits mehrere Abschnitte meines Lebens hinter mir und im Gegensatz zu Gleichaltrigen sind es vielleicht auch ein paar mehr. Für mich war es jedoch immer wichtig nicht auf der Stelle zu treten und zur nächsten Station überzugehen. Ich habe in diesen Zeiten viel einstecken müssen, habe aber übermäßig viel an Erfahrung davon mitgenommen. Das Leben macht ohne ein gewisses Risiko keinen Spaß, aber vor allem keinen Sinn. Wie sollen wir lernen, wenn wir uns immer nur auf das verlassen was wir hören oder Andere zu uns sagen?

Sicherlich gibt es Erfahrungen, die muss nicht jeder Einzelne gemacht haben und sollten somit von Denen weitergegeben werden, welche bereits Gehversuche auf den jeweiligen Gebieten gemacht haben. Doch es sind wesentlich mehr Dinge, die einmal ausprobiert werden und wo insbesondere auch Fehler gemacht werden sollten.

Ich stehe wieder mitten in einer dieser Phasen. Tage, an denen ich morgens nur schwer aus dem Bett komme, weil ich weiß, dass da etwas auf mich wartet, was mich nicht ganz erfüllt - mich nicht glücklich macht. Und jeden Morgen rufe ich mir wieder ins Gedächtnis zurück, dass es der Weg ist, den ich gehen möchte und es nur eine von vielen Stationen ist, an der ich mich momentan befinde.

Ein Leben ist kein Dauerzustand. Es ist in Bewegung und verändert sich und genau deswegen sollten negative Gedanken über den Tag ausgeblendet werden. Ich betrete meinen Bestimmungsort auch in diesen Tagen mit einem Lächeln und stelle mich den mir übertragenen Herausforderungen.

Ich lebe!

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1 Kommentar »

  1. Kida sagt,

    29. Mai, 2008 @ 12:00

    Hey oll1,

    sehr schön geschrieben, Respekt!

    Du sprichst mit deinen Worten einem Verbundstudenten aus der Seele ;)

    Ganz viele ganz liebe Grüße,
    Daniel

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