Robert sucht einen neuen Job 

Robert sucht einen neuen Job

Wer mich kennt und mich beim surfen schon einmal beobachtet hat, der weiß genau, wie ich surfe und warum ich so surfe. Mittlerweile beeinträchtigen mehrere Gedankengänge meine Besuche von Websites. Als Designer hat man es bei dem ganzen “Abschaum” im Internet, weiß Gott, nicht leicht, denn ihr habt sicherlich keine Ahnung, wieviel Trash so im Internet rumschwirrt, denn ihr arbeitet nicht neun bis zehn Stunden in einer Internet-Agentur und macht dann anschließend zu Hause weiter.

Ich sehe Tag für Tag so viele schreckliche Seiten, dass wenn ich abends ins Bett gehe keine Gallenflüssigkeit mehr übrig ist.

Robert sucht einen neuen JobHeute Abend bin ich dann auf eine Anzeige in einem bekannten Designmagazin gestoßen, die wie folgt aussah und mal etwas anderes zwischen den ganzen üblichen Werbebannern darstellte, deswegen klickte ich auch drauf um zu schauen, welche geniale Marketingidee dahinter steckte.

Mein erster Eindruck: Ganz schick!
Bei meinem zweiten Eindruck warf ich meine Maus fast vom Tisch, denn ohrenbetäubendes Gerede füllte meine Gehörgänge. Meine Versuche den Player via “Pause”-Button zu stoppen oder mittels “Mute”-Knopf verstummen: Zwecklos - der Player reagierte einfach nicht auf meine Befehle. Note: mangelhaft!

Nachdem ich dann den Windows-Sound abgeschaltet hatte, war mir auch schon gar nicht mehr danach dem Typen da im Video überhaupt mal irgendwann zuhören zu wollen. Ich schaute mir nun also den Rest der Seite in Ruhe an. Ganz ansprechend gestaltet, nicht zu überladen und viel mit grafischen Elementen gestaltet. Unter dem Video viel Text, den ich mir aufgrund der Masse schon gar nicht erst durchlesen wollte. Und unter dem Text die illustrierte Erklärung, wie man diesen Menschen zu sich ins Unternehmen holen könnte.

Meiner Meinung nach vollkommen inakzeptabler Ablauf, denn dieser Mann möchte eingestellt werden und dann möchte ich als Unternehmer keinen Lebenslauf runterladen und anschließend ein Passwort dafür anfordern. Ich möchte den Lebenslauf direkt vor Augen haben. Insofern sicherlich nicht gerade ideal.

Die verwendeten Icons und Elemente eigentlich relativ passend, wie links der Hinweis, dass Robert wieder in seine Heimatstadt ziehen wird und dort nun einen Job sucht, was er grafisch mit einem Flugzeug für Umzug und einer Computermaus für den Job darstellt. Doch dann fiel mir dieses Blatt am unteren linken Content-Rand ins Auge. Was machte dieses weihnachtliche Element auf solch einer unsaisonalen Website?

Naja, vielleicht doch nochmal das Video angucken - da sagt er ja evtl. was zu dem Blatt da unten? Auf den Button »KLICKEN SIE HIER für eine erneute Wiedergabe« geklickt. Nichts passierte. Wirklich super. Erst lässt sich das Gesülze nicht abstellen und dann will es nicht mehr loslegen? Wer sich auf eine solche Stelle bewirbt sollte einen Internetauftritt dieser Art wirklich besser hinbekommen.

Seht selbst: robert-voigt.de

Bolognese
Screenshot robert-viogt.de

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7 Kommentare »

  1. Marcel sagt,

    25. Mai, 2009 @ 9:51

    also ich muss ja nun mal wirklich sagen, dass ich die Idee des ganzen sehr gut finde. Und es auch definitiv was anderes ist, als wenn man nur einen CV auf seine Domain schiebt.

    Dass der Player nicht funktioniert ist nicht unbedingt vorteilhaft.
    Und bei deiner Kritik zu dem Lebenslauf mit Passwort, muss ich dir leider auch Recht geben. Aber alles in allem ein sehr ansprechendes Design und auch eine gute Realisierung.

    BG Marcel

    p.s. Wenn er dir zu laut redet, dann mach doch einfach dein Headset oder die Anlage leiser ;)

  2. Vicky sagt,

    26. Mai, 2009 @ 13:54

    Ich finde die Idee wirklich super, so eine Art Bewerbung habe ich noch nicht vorher gesehen. Auch die Umsetztung finde ich gelungen, das man jetzt das Video nicht stoppen kann…tja kein Weltuntergang! Außerdem Kann der Junge Mann sich ja in seinem Video mit dem was er sagt, sehr gut verkaufen!!!
    Außerdem finde ich gut, dass man ein Passwort anfordern muss um sich seinen Lebenslauf anzugucken, schließlich möchte man keine “gläserne Persönlichkeit” werden nur weil man einen Job sucht!

    Alles in allem Lob an den Ideereichen Jungen Mann!!!

    Vielleicht sollte man mit seiner Kritik manchmal vorsichtiger sein, damit andere nicht auf den Gedanken kommen, dass man selber eine Talentfreie Zone ist und einfach es nicht ertragen kann, dass jemand der so jung ist es schon so weit gebracht hat!

    VG,
    Vicky

  3. oll1 sagt,

    26. Mai, 2009 @ 17:05

    @ Marcel:
    Schön, dass du mir da zustimmen kannst.

    @Vicky:
    Freut mich, dass du für die “andere Seite” sprichst. Der Beitrag ist nicht dafür gedacht Robert fertig zu machen. Ich möchte solche Erzeugnisse für die Nachwelt festhalten um als anschauliches und gleichzeitig verbesserungswürdiges Beispiel zu dienen.

    Es gibt, meiner Meinung nach, immer Kritikpunkte, über die man dann auch sprechen sollte. Vielleicht liest Robert diesen Beitrag ja auch und verbessert die von uns benannten Punkte. Anschließend steht er dann noch besser da, als er es ohnehin mit dieser Idee schon tut.

    Gibt es weitere Meinungen?

  4. Robert Voigt sagt,

    27. Mai, 2009 @ 9:48

    @olli: Eben, das sehe ich genauso.

    Ich danke dir für die Mühe und Zeit für diesen Beitrag und die hilfreiche Kritik. Was wäre man schon ohne Fehler und Kritik? Da wäre der Lerneffekt ja geradezu null ;)

    Da ich dem gesamten Projekt nur 3 Abende, also knapp 16 Stunden gegeben hatte, war mir klar dass es nicht 100%ig werden kann. Obwohl normaler Weise nichts unter 120% bei mir geht. Das mit dem Player ist mir erst später aufgefallen, lag an der kleinen Büroklammer die als PNG über dem Flash lag. Ist nun notdürftig geflickt - die Klammer ist weg.

    Das Blatt ist nur so da. Weil grün halt. Gibt ja oben rechts noch ein paar mehr davon.

    Also wie gesagt, danke für die ausführlichen Worte!

    Bis dann,
    Rob

  5. Robert Voigt sagt,

    27. Mai, 2009 @ 9:51

    Ach, nochwas: Das mit dem Passwortschutz finde ich schon sehr wichtig. Es wäre was anderes, wenn ich die Seite vor Suchmaschinen und Co. fernhalten und den Link nur an ausgewählte Kontakte weiterreichen würde. Da könnte man sicher aufs Passwort verzichten - doch ich finde man muss seinen Lebenslauf nicht für alle Welt zugänglich machen. Dafür ist es dann doch schon zu privat.

    Meinst du nicht?

  6. Vicky sagt,

    27. Mai, 2009 @ 15:26

    @ all: So klingt doch alles viel besser :)

  7. Marcel sagt,

    29. Mai, 2009 @ 10:39

    @Robert

    also ich kann dir in der Hinsicht mit deinem CV nicht unbedingt zustimmen.
    Da wie ich finde, wenn jemand auf eine Internetseite geht (egal welcher art) er sofort informationen bekommen möchte und diese auch bekommen soll.

    Wenn ich zum Beispiel ein Unternehmen wäre und ich mich nach einem Dienstleister für Webdesign umsehe und eine Seite finde, die mir vom Design sehr positiv auffällt (so wie deine) möchte ich auch Informationen zu Referenzen haben. wenn ich jetzt aber erst Kontakt mit denen aufnehmen muss um an diese Informationen heranzukommen, hätte ich persönlich schon keine Lust mehr dazu.

    Ich finde, wenn jemand auf deine Seite trifft, der deine Qualitäten nicht nur in Video & Ton, sondern auch deine Arbeiten oder dein vorherigen Lebensweg sehen möchte und es dann an der Unlust der Kontaktaufnahme für das Erhalten eines Passwords scheitert, fände ich es schade.

    bg Marcel aber dir trotzdem viel Erfolg

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