Neuartiges Rundfunkgerät 

Es ist gerade mal zwei Tage her, da zog ich einen grünen Umschlag aus unserem Briefkasten, der natürlich nicht unbedingt etwas Gutes zu vermelden hatte. Gegen Post aus Köln habe ich normal nichts, denn für gewöhnlich handelt es sich hierbei um meine Gehaltsabrechnung, aber in diesem Falle war es die Gebühreneinzugszentrale, die sich einmal wieder bei mir melden wollte.

Selbstverständlich bin ich einer der fleißig zahlenden Mitglieder der GEZ, ich zahle dort also Gehälter, Büroräume, Reinigungskräfte und natürlich auch die Frankiermaschinen. Und an Tagen wie diesen, wo ich erneut einen Brief dieser netten Behörde in der Hand halte, frage ich mich, ob ich meinen Beitrag hätte nicht zahlen sollen und somit das Geld nicht für eine Frankiermaschine gereicht hätte.

Im Gegensatz zu anderen Leuten fehlt mir die Angst vor Briefen und somit öffnete ich kurz nach dem Betreten der Wohnung den Brief. Ich war überrascht über die doch recht nett formulierte Einleitung, in der sich die Damen und Herren für das evtl. Ärgernis bereits im Voraus entschuldigten.

Sie freuten sich, dass darüber, dass ich mich dazu entschlossen habe Rundfunkgeräte bei ihnen anzumelden und wollte jetzt nur einmal nachfragen, ob nicht doch mittlerweile ein Fernseher hinzugekommen ist.

Liebe GEZ,

ich kann gut verstehen, dass es schwer verständlich zu sein scheint, dass zwei Mitte 20-jährige eine Wohnung bewohnen ohne dabei täglich vor dem Fernseher zu versacken oder sich zu später Stunde die auf dem Sofa rekelnden Frauen zu beobachten.

Gerne möchte ich diese Sachlage einmal kurz und pregnant erläutern: Würden Sie sich einen Fernseher hier hinstellen, wo sie doch einen Kabelanschluss oder gar eine Satellitenschüssel haben? Würde das in irgendeiner Form Sinn machen? Und bevor irgendwelche Mutmaßungen auf dem Debattiertisch landen: Nein, DVB-T gibt es in Herford ohne Außenantenne ebenfalls nicht und falls Sie mir nicht glauben, dass wir hier keine haben: Ein Rundflug mit dem Hubschrauber würde Aufschluss darüber geben.

Der Absatz »Wenn Sie kein Fernsehgerät anzumelden haben, bitten wir Sie dennoch, uns den beigefügten Antwortbogen ausgefüllt und unterschrieben zurückzusenden. Sie vermeiden damit Erinnerungsschreiben. Vielen Dank.« lässt mich nun gespannt darauf warten, ob die GEZ mich bald wieder freundlich daran erinnert, dass wir kein Fernsehgerät haben.

Der nächste grüne Umschlag ist bitte dann nicht von der GEZ, sondern von der Lotterie, an der ich auch nicht beteiligt bin, aber man mich trotzdem nervt.

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1 Kommentar »

  1. Thorwald sagt,

    1. Juli, 2009 @ 12:23

    Jaja die GEZ. Du zahlst übrigens auch für die teure Radiowerbung die regelmäßig im Moment läuft, wo der nette Herr so unglaublich fair ist und sein letztes Bier teilt ohne sich ausnutzen zu lassen…

    Wer so einen Schrott im Programm bringt bzw den Schrott nicht verbietet bekommt von mir keine Gebühr, da ich mir so auch keinen Fernseher zulegen werde!

    Gruß, Thorwald

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