Als ich gestern Abend nach langer Zeit mal wieder auf den jambaadisierten Musiksendern unterwegs war, fiel mir doch schon sehr auf, auf welche Themen sich die Titel der Interpreten im Moment beziehen.
So viel mir besonders das “Duett” aus Sido und Harris, auch bekannt als Deine Lieblings Rapper mit dem Titel Steh wieder auf auf.
Mich verwunderte, dass Sido mit seinen Texten wohl einmal das wahre Leben beschreiben könnte. Ich bin keineswegs einer der Menschen die sich seine Tracks auf Teufel komm raus anhören, jedoch muss ich sagen, dass ich diesen Titel aufgrund seines Textes für sehr gelungen halte. Was mir allerdings Sorgen macht ist, dass die Leute, die sich diese Musik normalerweise reinziehen, wahrscheinlich nicht verstehen werden, was Sido und sein Kollege versuchen zu erzählen. Ich selber interpretiere den Track so, dass Sido jemand ist, der einfach nicht erwachsen wird, er lebt jeden Tag, als wäre es sein erster - er lernt also nichts dazu. Im Video wird gezeigt, wie er in den Knast kommt und hingerichtet wird. Dieses soll denke ich mal das negative Beispiel in diesem Video sein.
Sein Freund Harrys sagt da was anderes. Er lebt mit der Einstellung, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Er sorgt im Video für alles vor und hat eine Frau samt Kind.
Jetzt frage ich mich, ob diese Botschaft auch bei den ganzen Zuhörern ankommt, oder ob Sido weiterhin ihr “großes Vorbild” bleibt und sie mit der gleichen Einstellung in den Tag starten, wie er es in dem Video tut. Wäre Harris der “Main-Rapper” und auch so bekannt wie Sido, wären die Chancen wenigstens ausgeglichen gewesen, dass sich auch welche für die Lebensweise von Harris entscheiden.
Mein Fazit also: Ausnahmsweise mal ein aussagekräftiger Track von Aggro Berlin, jedoch mit der Hürde, dass viele der Fans und Zuhörer diesen Titel missverstehen werden.
Schade eigentlich…