Archiv zur KategorieGedanken

Lügen

Verrückt ist, wie oft im Leben man wohl lügt oder noch lügen wird. Es muss ja gar keine richtige Lüge sein. Es reicht ja schon, wenn man ein kleines Stück der Wahrheit einmal nicht preisgibt. Jedes Mal aufs Neue gehen wir davon aus, dass genau diese Lüge niemals an die Person erreichen wird, der wir diese aufgetischt haben.
Was zeigt jedoch die Realität? Meinen Erfahrungen nach ist es meist so, dass gerade die Dinge, die eine Menge Konsequenzen nach sich ziehen, irgendwann rauskommen und dann fast noch mehr Auswirkungen haben, als sie es gehabt hätten, wäre man sofort damit rausgerückt.

Wie jeder Einzelne damit umgeht ist Geschmackssache. Ich könnte jetzt sagen, dass ich aus solchen Erfahrungen gelernt habe und keinerlei Lügen mehr in Umlauf bringe. Es könnte aber genauso sein, dass mich der morgige Tag dazu zwingt die Wahrheit zu verbergen, und wenn die Lüge noch so klein ist.
Lügen ist menschlich und hängt nicht unbedingt mit einer bösen Absicht zusammen, sondern ist meistens auf eine unvorbereitete Situation oder Frage zurückzuführen, in der man die evtl. Reaktionen versucht kurz abzuwägen und dann entsprechend antwortet. Es ist eine innere Schwäche, denn Option zu lügen zieht man nur dann in Erwägung, wenn man sich, mit dem was man tut, nicht hundertprozentig sicher ist und somit auch nicht die Verantwortung übernehmen möchte.

In diesem Falle kann es nur helfen sein Leben und die damit verbundenen Aufgaben immer gewissenhaft und im eigenen Interesse zu bewältigen. Dann braucht man sich auch keine Gedanken darüber machen, ob nun eine Lüge nötig ist oder nicht.

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Nachbarschaftshilfe

Ich empfinde Mitleid für meinen Nachbarn. Es überkommt mich täglich das Gefühl ihm helfen zu wollen. Doch immer wieder schrecke ich zurück und hege die Hoffnung, dass er es vielleicht dieses Mal besser schafft, auch wenn er alleine ist. Es beschäftigt mich schon lange und ich suche verzweifelt nach einer Lösung, jedoch bin ich bis dato noch nicht fündig geworden.

Wie würdet ihr empfinden, wenn ihr wüsstet, dass euer Nachbar Fuß-Parkinson hat? Ich glaube es muss sich hierbei um ein ganz schlimmes Stadium handeln. Und das obwohl er doch mit seinen ca. 27 Jahren doch noch so jung ist. Es macht mich daher immer sehr traurig, wenn er in sein Auto steigt und die Krankheit wohl auch in diesem Moment wieder einzusetzen scheint. Den Weg zu seinem Gefährt übersteht er jedenfalls scheinbar problemlos und schmerzfrei.

Sobald jedoch der Motor läuft zuckt sein Fuß so heftig, dass sein Motor schreit - nicht aufgrund der Leistung, sondern auch aus Mitgefühl, da bin ich mir sicher. Während mein Nachbar aus seiner Einfahrt herausfährt schießt die Nadel des Drehzahlmessers ca. 15-20 Mal in den roten Bereich. Ich bin mir sicher, dass das ohrenbetäubende Getöse auch den anderen Nachbarn weh tut, aus Mitleid selbstverständlich.

Wir beten, dass seine Krankheit nicht noch schlimmer wird und haben bereits zusammen geschmissen - ein paar Tabletten gekauft, die ihn beruhigen sollen. Hoffentlich wirken diese bevor sein Motor ihm irgendwann um die Ohren fliegt.

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Zufriedenheit am Telefon

Nachdem mich heute in der Agentur eine ältere Dame anrief, mich bezüglich meines letzten Werkstattbesuches mit meinem Auto befragen wollte und ich sie bat später noch einmal anzurufen, da ich gerade genug mit der Arbeit zu tun hätte, klingelte soeben wieder das Telefon.

Zum einen wundert es mich sehr, dass derartige Befragungen am Freitag noch um eine solche Uhrzeit durchgeführt werden, zum anderen war ich sehr amüsiert, wie wirklich frisch dieses Interview doch ablief. Das hatte nicht zuletzt etwas damit zu tun, dass es sich bei dieser jungen Dame nicht um die Person handelte, die mich ein paar Stunden zuvor angerufen hatte. Es war einfach die Art, wie sie die Befragung begann und auch allgemein rüber brachte.

Ich telefoniere privat sehr wenig, aber mit dieser Person hätte ich stundenlang telefonieren können. Ich weiß nicht wieso genau, aber diese sympathische, klare und feminine Stimme wirkte einfach “anziehend” auf mich.
Nachdem ich gefühlte 90 Mal “sehr zufrieden” gesagt hatte und ein erstes “zufrieden” über meine Lippen kam, als es um das Preis-/Leistungsverhältnis ging, schmunzelte sie etwas und das Gespräch wurde noch lockerer. Wohl gemerkt standen all diese Fragen im Zusammenhang mit meinem letzten Werkstattbesuch und waren auch entsprechend zu beantworten.

Die letzte Frage jedoch war die Krönung und ich wäre fast in lautes Gelächter ausgebrochen, aber die junge Dame sagte wirklich: “So, kommen wir nun zur letzten Frage: Wie alt sind sie?”. Ich habe eine solche Umfrage nicht das erste Mal gemacht und mir hat noch keiner nach dieser Information gefragt, sie wäre ja auch in keiner Weise relevant zu meiner Meinung über die Dienstleistungen meines Vertragshändlers.

Gut verpackt die Frage - schauspielern konnte sie auch gut. Ich warte nun auf einen weiteren Anruf von ihr mit privaten Absichten - vorausgesetzt ich war ihr nicht zu jung.

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Blitz und Donner

Nachdem ich in der Nacht von Freitag auf Samstag nur knapp den Hagelkörnern entgangen bin, die anschließend fast mein gesamtes Auto demolierten und kräftig von Blitz und Donner angefeuert wurden, bin ich gestern Nacht nur knapp einem zweiten Blitzgewitter entgangen. Mein Kollege meinte noch, dass der Starrenkasten da stehen würde. Eine Bremsung im letzten Moment rettete mich vor dem Zielfoto. Für den Rest der Fahrt identifizierte ich jedoch jedes Bushaltestellenschild als stationäre Fotokiste. Ich werde paranoid.

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Vom Schreibtisch in den Dschungel

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich nicht wohl fühlt und den Eindruck hat Überflüssiges zu tun. Es ist keineswegs ein angenehmes Gefühl, welches man sich immer wieder herbei sehnt. Es ist eher lästig und man möchte es schnellst möglich wieder loswerden.

Ich selber komme nun zum zweiten Mal in eine solche Lage, die dann aber auch sehr intensiv ist. Kleinere Unstimmigkeiten stören mich nicht weiter, was wohl auf mein dickes Fell zurückzuführen ist. Ich kann mit Stress sehr gut umgehen und habe mit der Zeit gelernt über den Dingen zu stehen und zu sie managen. Dieses hat mich schon so einige Male vor einem Nervenzusammenbruch bewart.

Als ich das letzte Mal diese Gedanken hatte, kam dies im Zusammenhang mit “Aufgeben” und “nicht durchhalten”. Es war am ersten Tag meines Zivildienstes, welcher wohl auch mein härtester war. Nicht weil ich dort mit schwierigeren Aufgaben als in den restlichen neuen Monaten konfrontiert wurde, sondern aufgrund der Tatsache, dass ich mit Arbeit konfrontiert wurde, welche ich nicht gewohnt war acht Stunden am Tag zu machen.

Was mich in diesem Falle am Leben hielt war, dass es nur ein paar Monate sind und es nur noch halb so schlimm sein wird, wenn meine Verstärkung eintrifft. Es hat mir damals geholfen und mich diese Zeit gut und vor allem auch gewissenhaft überstehen lassen.

Momente im Leben, an denen man glaubt etwas nicht zu schaffen sind jedoch einfach nur Hürden, die überwunden werden wollen. Ich selber habe das für mich bereits erkannt und lebe mittlerweile damit. Ich stehe jeden Tag wieder vor neuen Herausforderungen und gebe mein Bestes. Ich bin sogar dankbar dafür, dass ich täglich an meine Grenzen gehen darf, denn das war es, was ich immer wollte und was ich auch weiterhin möchte.

Ich habe bereits mehrere Abschnitte meines Lebens hinter mir und im Gegensatz zu Gleichaltrigen sind es vielleicht auch ein paar mehr. Für mich war es jedoch immer wichtig nicht auf der Stelle zu treten und zur nächsten Station überzugehen. Ich habe in diesen Zeiten viel einstecken müssen, habe aber übermäßig viel an Erfahrung davon mitgenommen. Das Leben macht ohne ein gewisses Risiko keinen Spaß, aber vor allem keinen Sinn. Wie sollen wir lernen, wenn wir uns immer nur auf das verlassen was wir hören oder Andere zu uns sagen?

Sicherlich gibt es Erfahrungen, die muss nicht jeder Einzelne gemacht haben und sollten somit von Denen weitergegeben werden, welche bereits Gehversuche auf den jeweiligen Gebieten gemacht haben. Doch es sind wesentlich mehr Dinge, die einmal ausprobiert werden und wo insbesondere auch Fehler gemacht werden sollten.

Ich stehe wieder mitten in einer dieser Phasen. Tage, an denen ich morgens nur schwer aus dem Bett komme, weil ich weiß, dass da etwas auf mich wartet, was mich nicht ganz erfüllt - mich nicht glücklich macht. Und jeden Morgen rufe ich mir wieder ins Gedächtnis zurück, dass es der Weg ist, den ich gehen möchte und es nur eine von vielen Stationen ist, an der ich mich momentan befinde.

Ein Leben ist kein Dauerzustand. Es ist in Bewegung und verändert sich und genau deswegen sollten negative Gedanken über den Tag ausgeblendet werden. Ich betrete meinen Bestimmungsort auch in diesen Tagen mit einem Lächeln und stelle mich den mir übertragenen Herausforderungen.

Ich lebe!

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Zu seinem Tot zwingen

Nachdem mich ein Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn beim Abfahren fast ins Jenseits geschickt hatte, als er im letzten Moment plötzlich bremste und sich noch gegen die Abfahrt entschied, begegnete ich wenig später einem Leichenwagen.
Ob es ein Zeichen war weiß ich nicht. Fakt ist, dass mir die Handschellen, die am Innenspiegel baumelten irgendwie Angst machten.

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Eis in der Pfanne

Ich habe bereits früh gelernt, dass man immer einen Plan B in der Tasche haben sollte. Heute habe ich diesen in Angriff nehmen müssen. Mein Fehler war, dass ich das Mittagessen erst aus dem Gefrierfach nahm, als ich es zubereiten wollte.
Es gab schließlich Kuchen mit Kaffee zu Mittag und abends gibt es das ursprünglich Geplante.

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Useless

Auf der Toilette einschließen, wenn man alleine wohnt, kann man sich eigentlich abgewöhnen. Suche nach einer Ausweichhandlung.

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Auf der Zunge zergehen lassen

Biologisch und irgendwie hauswirtschaftlich. Ich denke darauf stehen viele Frauen. Gestern versucht mit einer Flasche reinem Sonnenblumenöl zu imponieren. Einmal quer durch die Fußgängerzone und dann nochmal, weil es noch so früh war. Angesprochen hat mich niemand - auch kein Mann, was ich als gut empfinde. Nächste Woche noch einmal mit vollsyntetischem Motoröl, mal abwarten, welchen Effekt das bringt.

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Schlumpfenpilleneiskonfekt

Ich habe früh gemerkt, dass man blaue Pillen nicht in den Mund nimmt. Vergessen habe ich das nie. Als man mir gestern jedoch die Ice Bonbons anbot, bin ich einfach schwach geworden. Mir verging die Lust jedoch schnell, denn mir viel schlagartig ein, warum ich diese Dinger schon Jahre nicht mehr gelutscht hatte. Mir wurde spei übel.

Memo an mich:
Lass es! Nein, du sollst dich doch beherrschen. Klar, blau ist eine deiner Lieblingsfarben, aber was man mag, steckt man doch nicht gleich in den Mund. AUS!

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